Cairn-Forschungsgesellschaft

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Der Märchensee-Cairn von Wendelsheim

Neue FundePosted by K. Walter Haug Tue, October 13, 2009 20:04:50


Am 3.10.2009, dem Tag der deutschen Einheit, besichtigten Volker Dübbers und Walter Haug von der Cairn-Forschungsgesellschaft einen Cairn, der es in sich hat. Thomas Weidinger aus Herrenberg hatte den Tipp gegeben. Nach offizieller Ansicht handelt es sich um einen profanen Steinbruch, der bis 1826 dem Haus Württemberg gehörte und danach der Gemeinde zur Ausbeutung überlassen wurde. Nach Ansicht Weidingers hatte es wohl eine Auflage gegeben, den Cairn nicht zu zerstören, denn dieser ist weitgehend erhalten. Lediglich die Außenmauern haben stark gelitten, zeigen aber über weite Strecken immer noch erhaltene Partien, sowie gut erkennbar Stufen.

Wenn es sich um ein uraltes Ahnengrab handelt, ist es durchaus logisch, dass es sich bis zuletzt im Besitz des Adels befand. Zwar gingen die Besitzstände innerhalb des Adels durch Verkauf, Tausch und Eroberung hin und her, so dass sich die ursprünglichen Eigentümer, vor allem nicht bis in vorrömische Zeit zurück verfolgen lassen, aber durch Grabhügel und Felsnekropolen bestückte Grundstücke, vor allem in Waldungen und Jagdgebieten, kamen dadurch seltener aus der Hand der Feudalen.

Der Märchensee kam, wie auf einer Schautafel berichtet wird, erst durch die Steinbrucharbeiten zustande. Auf einer Gipskeuperschicht sammelte sich das Grundwasser. Allerdings gehört es auch zum Konzept von Cairn-Felsnekropolen, dass ein Heiliger See, das Tor zur Anderswelt, in unmittelbarer Nähe aufgestaut wurde. Das Bauwerk erstreckt sich rechts, die Felswand befindet sich links.

Schon der Zugang zu diesem Heiligtum ist geheimnisvoll. Man wandert durch einen tiefen und langen Hohlweg, der in den Fels gemeißelt wurde.


Weidinger zweifelt, dass es sich bei dieser südlichen Partie schon um einen Teil des Cairns handelt.

Doch Mauerpartien treten auch hier schon aus der Böschung hervor.

Erste Evidenz, dass es sich eindeutig um eine Fels-Nekropole aus hochkultureller Zeit handelt, zeigen die gemeißelten Felswände. Der Cairn-Forschungsgesellschaft sind derart bearbeitete Steinbruchwände nur aus dem pharaonischen Ägypten bekannt. Wer jedoch ähnliche aus anderen Ländern kennt, melde sie uns bitte umgehend.


Die Meißelhiebe sind eindeutig zu erkennen. Die Texturen sind wie in der Zwerchhälde von Sternenfels sehr unterschiedlich, von grob bis fein.


Außerordentlich aufschlussreich sind die durchweg überhängenden Felspartien, die an ägyptische Galleriesteinbrüch erinnern. Beim weltweit üblichen Steinabbau treten die oberen Felspartien stufenweise zurück und nicht vor.


Erste Mauerlagen treten dann auch schon ziemlich bald aus der dicht bewachsenen Cairnböschung hervor. Das Baumaterial sind Steinplatten aus dem hier anstehenden Schilfsandstein.


Jedoch erkennt man auch, wie sehr der Cairn im Laufe der Zeit geplündert worden ist.


Gut erhaltenen Mauerzüge sind dennoch immer wieder anzutreffen.


Auch erhaltene Stufen sind eindeutig zu erkennen.

Der Cairn endet im Norden mit einem rund gemauertem Mauerzug.

Gegenüber ist der Dorfsteinbruch nachweisbar. Die Felswand wurde ausgebrochen und der Raum zum Cairn entsprechend erweitert. Selbstverständlich zeigen die modernen Felswände keine Meißelspuren, sondern sind durchweg glatt, wie das Keilsprengverfahren die Felswand hinterlässt.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Märchensee-Cairn eines der beeindruckendsten Kulturdenkmale aus der Megalithzeit im Südwesten Deutschlands darstellt. Die ungeheure Länge des Bauwerks von über 100 m lässt auf viele Portale schließen, die allerdings nicht mehr erkennbar sind. Der Boden zwischen Felswand und Cairn, auf dem heute der Wanderweg verläuft, dürfte um mehr als einen Meter, wenn nicht zwei, aufgefüllt sein, ähnlich wie bei der Steingrube von Schmie. Denn die vom Cairn herab gestürzten Steinplatten tauchen überall im Weggrund auf.

Eine Ausgrabung hätte deshalb den Bereich vor der Cairnmauer zum Ziel.